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EDRS-C

Am 14.03. wurde das Communication Module (CM) der EDRS-C Payload an OHB geliefert. Am 16.03. konnte auch die Eingangsinspektion in Bremen erfolgreich abgeschlossen werden. Damit stehen zwei von drei Komponenten der Payload – CM und Antenne – sowie das Testsystem für die nachfolgenden Satelliten-Testphasen bei OHB in Bremen bzw. bei IABG in Ottobrunn bereit. Die letzte, für die Funktion der Hybrid-Payload zentrale Komponente, das LCT, befindet sich derzeit in der finalen Acceptance Testsphase bei Tesat.

Die EDRS-C Hybrid-Nutzlast (kombinierter RF und laseroptischer Link) stellt neben der Ende Januar auf dem Eutelsat 9B Satelliten gelaunchten EDRS-A Nutzlast den zweiten Knoten des GEO-stationären European Data Relay Systems (EDRS) dar. Während die EDRS-A Payload gerade die In-Orbit-Testphase durchläuft, soll für EDRS-C nun die AIT- (Assembly Integration and Test) Phase auf Satelliten-Ebene beginnen. Nach aktueller Planung ist der Launch für 2017 geplant.

Das European Data Relais System (EDRS) soll die schnelle Übertragung größerer Datenvolumina mittels Laser-Link von einem Satelliten in erdnaher Umlaufbahn (LEO) über eine Satelliten Relais-Station (EDRS-Satellit) im geostationären Orbit (GEO) via RF-Link zur Bodenstation ermöglichen. Dabei werden die Satelliten in einer public-private Partnership zwischen ESA und Airbus finanziert und betrieben. Tesat liefert die beiden EDRS-Nutzlasten an die Satelliten Primes Airbus Defence and Space, Toulouse (EDRS-A) und OHB (EDRS-C). Die Nutzlast-Verantwortung umfasst dabei ein breites Spektrum an Aufgaben, welches das Zusammenwirken aller Produkt-, Service- und Fertigungs-Bereiche bei Tesat erforderte:

  • Die systemtechnische Auslegung der Nutzlast
  • Die Entwicklung und Fertigung aller Geräte
  • Die Adaption des LCTs an die Erfordernisse der Satelliten-Plattform sowie die LCT-Fertigung und Test
  • Die Beschaffung der Antenne, der DPU sowie des RF-Harness und diverser Komponenten
  • Integration und Tests auf Geräte- sowie Payload-Ebene
  • Die programmatische Abwicklung des Payload-Projekts inkl. aller Geräte-Teilprojekte.

Die Tesat-Verantwortung endet dabei nicht mit der Lieferung der Payload, sondern erstreckt sich von den Payload-Tests auf Satelliten-Ebene sowie In-Orbit über Trainingskurse für den Betreiber bis hin zu einem 24 / 7 on-call In-Orbit-Support während der ersten Jahre des Betriebs.

Alle Tesat-Geräte (TWTAs, Modulatoren, Filter, Schalter, Diplexer) für EDRS-C sowie die neu entwickelte DPU (Digital Processing Unit – als Daten-Schnittstelle zum LCT), welche von Airbus UK beschafft wurde, waren bereits im April 2014 fertiggestellt. Mit der Lieferung des CFI-Panels (Customer Furnished Item) für die CM-Integration von OHB, Ende Juli 2015, begann die AIT-Phase in Backnang. Dass die Integration trotz erschwerter Bedingungen erfolgreich verlief, ist nicht zuletzt dem Einsatz und den kreativen Lösungen des Tesat-Integrationsteams zu verdanken. Insgesamt waren in dieser Phase alle am Projekt beteiligten Parteien – OHB, Airbus (Friedrichshafen und Ottobrunn) sowie ESA – mit Residents in Backnang vertreten und es wurde in täglichen Arbeitsmeetings, NRBs und auch direkt in der AIT-Halle an gemeinsamen Lösungen gearbeitet.

Die nachfolgende Testphase, von November 2015 bis Ende Februar 2016, verlief weitgehend reibungslos und die Performance des gelieferten CM entspricht in vollem Umfang den Erwartungen des Kunden. In den kommenden Wochen wird der Fokus auf dem Abschluss aller LCT-Tests bei Tesat und den Vorbereitungen für die Abnahme durch OHB liegen.

Die nun beginnende Projektphase wird ferner geprägt sein von der Integration des Satelliten sowie den Performance und Umwelt-Tests auf Satelliten-Ebene. Für Tesat stehen insbesondere während der TVAC- und CATR-Tests (Compact Antenna Test Range) intensive Arbeiten im Schichtbetrieb in Ottobrunn an.