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    Als 2008 der Lieferantenpreis von Tesat-Spacecom ins Leben gerufen wurde hätte man nie erwartet, dass sich dieser einmal einer solch großen Beliebtheit erfreut. Zwar geht der begehrten Auszeichnung eine Lieferantenbewertung voraus, die...
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Lieferantenpreis 2017

Als 2008 der Lieferantenpreis von Tesat-Spacecom ins Leben gerufen wurde hätte man nie erwartet, dass sich dieser einmal einer solch großen Beliebtheit erfreut. Zwar geht der begehrten Auszeichnung eine Lieferantenbewertung voraus, die kontinuierlich alle relevanten Aspekte im Zulieferunternehmen auf Herz und Nieren prüft, doch ist das ein vergleichbar geringer Preis für die seltene Ehrung.

Aber wie läuft diese Lieferantenbewertung eigentlich ab? Dazu sei grundsätzlich gesagt, dass hier keine dunkle Magie dahintersteckt, sondern lediglich anhand marktüblicher Kriterien wie Qualität, Liefertreue und einer Handvoll anderer wichtiger Faktoren Punkte innerhalb eines SAP-Bewertungs-Tools vergeben werden: 50 für Qualität, 35 für Liefertreue und 15 für die restlichen Faktoren.

Alle drei Monate wird anhand dieser Auswertung eine Trendanalyse durchgeführt, um zu überprüfen, wie sich welches Zulieferunternehmen entwickelt, wo es möglicherweise Nachholbedarf gibt oder wo ein positiver Aufwärtstrend zu erkennen ist. Da Tesat-Spacecom an einer langjährigen Partnerschaft zu den Lieferanten gelegen ist werden die Unternehmen transparent über die Bewertung und die jeweiligen Trends innerhalb dieser Auswertung informiert und im Falle eines Abwärtstrends auch darüber informiert. Nicht aber um Druck aufzubauen, sondern um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und aus der Welt zu schaffen. Oft sind es ja nur Kommunikationsschwierigkeiten oder Missverständnisse, die am Ende zu Problemen führen. Zusätzlich bietet Tesat betroffenen Lieferanten einen mit ihm individuell ausgearbeiteten Maßnahmenkatalog an, der beschreibt wie die eigene Bewertung innerhalb der Lieferantenanalyse zu verbessern ist und wo oder wie nachgebessert werden muss.

Bei der Vergabe des Lieferantenpreises vertraut Tesat-Spacecom jedoch nicht ausschließlich auf kühle Zahlen und Fakten – auch zwischenmenschliche Faktoren spielen eine relevante Rolle: Wie funktioniert zum Beispiel die Zusammenarbeit zwischen Einkäufer und Zulieferer? Wie die Kommunikation? Oder wie hoch ist die Reaktionsgeschwindigkeit? Kann man sich auf ihn verlassen, wenn es einmal brennt – oder erkennt er gar an Unstimmigkeiten innerhalb des Bestellprozesses selbst, dass sich hier, ohne eine rechtzeitige Intervention, ein Problem anbahnt? Bei solchen Themen zählt dann selbstverständlich das Feedback des einzelnen Mitarbeiters im Einkauf und kann am Ende – sozusagen „on top“ – das Zünglein an der Waage darstellen für die Entscheidung, ob der Lieferant den Lieferantenpreis erhält oder nicht.

Der Einkauf von Tesat hat alle Zulieferer (circa 1.200, 400 hiervon für Flugteile, die auch systematisch bewertet werden) im Blick und versucht diese fair und transparent zu bewerten. Hierfür werden große Anstrengungen unternommen und auch gerade deswegen den jeweiligen Zulieferunternehmen die Möglichkeit gegeben über das Prüfbefundsystem Stellung zu der jeweiligen Bewertung zu beziehen und Feedback zu geben. Feedback, dass sich Tesat zu Herzen nimmt und selbst nutzt, um die eigenen, internen Prozesse zu überdenken und zu überarbeiten.

Ein weiterer Anreiz für die pflichtbewusste und permanente Analyse der Zulieferer ist die am Anfang des Beitrags bereits beschriebene Beliebtheit des Lieferantenpreises. Eine Auszeichnung von Tesat-Spacecom hat ganz offensichtlich ihren Wert, wenn die Gewinner bereits kurz nach Verkündung ihre Pressemitteilungen in die Lande streuen, die Trophäe zentral in ihrer Eingangshalle präsentieren oder gar Mitte des Jahres schon fragen, wo und wie sie noch „zulegen müssen“, um den Preis dieses Jahr zu erhalten.

Hans-Dieter Collissy, Leiter Einkauf, dazu: „Man kann erkennen, dass die Auszeichnung einen Anreiz für die Zuliefergemeinde darstellt, sich jedes Jahr besonders ins Zeug zu legen. Unsere jährlichen Auswertungen dokumentieren anschaulich, wie sich die Einführung der Lieferantenbewertung im Jahr 2005 und die Einführung des Lieferantpreises im Jahr 2008 positiv auf die Entwicklung und Nachhaltigkeit im Bereich Qualität und Liefertreue ausgewirkt haben.“

Dieses Jahr erhielten zwei Zulieferer die Ehrung von Tesat-Spacecom. Rohde&Schwarz erhält mit der diesjährigen Auszeichnung bereits ihren dritten Lieferantenpreis seit 2009 und gilt damit als Wiederholungstäter in Bezug auf exzellente Leistungen im Bereich Qualität, Liefertreue und Flexibilität. Der zweite Preisträger ist das niederländische Unternehmen GL Precision, das sich durch seine außerordentlichen Leistungen und sein Engagement ebenfalls zu Recht einen Platz an der Spitze verdient hat.

Lieferantenpreis 2017